Aschermittwoch - Zäsur zum Leben.
14.02.2026
Am Aschermittwoch endet der Fasching und es beginnt die Fastenzeit. Egal, ob wir generell auf Nahrung oder auf bestimmte Genussmittel verzichten möchten oder ob wir den Akzent auf das soziale Fasten legen. Sich für eine bestimmte Zeit bewusst zu beschränken, auf etwas verzichten, kann helfen eine andere Wahrnehmung auf das Leben zu bekommen.
„Kehrt um und glaubt an das Evangelium“
so beginnt Jesus sein Öffentliches Wirken. Allein die Tatsache, die Notwendigkeit zur Veränderung zu erkennen, motiviert den Menschen um - zu - kehren - einen Zäsur zu vollziehen und sich neu auszurichten.
Fälschlicherweise verbinden wir die Fastenzeit oft mit der Vorstellung, dass alles Bisherige falsch war und wir bisher in einer Sackgasse verfangen, umdrehen und in die entgegengesetzte Richtung gehen müssten.
Von dieser Richtung kommen wir doch schon und klar es gibt in manchen Situationen des Lebens solche verfahrenen Zeiten, in der es notwendend ist, aus der Sackgasse heraus zu finden.
Wenn wir aber uns bewusst werden, genau an der Stelle, an der wir gerade stehen, uns um-kehren oder anders uns um-zu-drehen und sinnenhaft alles um uns herum sensibler wahrnehmen, können wir diese Geschenk der Fastenzeit besser verstehen. Innehalten und das eigene Leben und das was mich umgibt, die Beziehungen, Freundschaften, meine eigene Sichtweise auf mein Leben, oder auch meine Lebensumstände in der Arbeit, in der Schule und in der Freizeit wahrzunehmen und zu hinterfragen. Bin ich noch auf einem guten Weg. Vielleicht liegt das zu Verändernde schon in der Wahrnehmung, der achtsamen Betrachtung. Wege der Achtsamkeit, Wege der Verlangsamung und der Verinnerlichung. Dazu laden uns diese 40 Tage der Fastenzeit ein. Das können auch die spirituellen Erfahrungen der Gotteserkenntnis und der Selbsterkenntnis sein.
"Gedenke Mensch, dass du Staub bist und zu Staub zurückkehren wirst"
Dies wird den Menschen am Aschermittwoch auf die Stirn zugesagt und mit dem Aschenkreuz bekräftigt. Welche radikale Symbolhandlung. Im Angesicht der eigenen Sterblichkeit, das Leben in der Blick nehmen.
In diesem Bewusstsein können wir unser Leben mehr Tiefe verleihen, und auch in den Entscheidungen ,die wir tagtäglich treffen entschiedener für das Leben fördernde eintreten.
In diesen Tagen uns berühren lassen von der tragischen Ereignissen des Krieges in der Ukraine. Von den standhaften Verhalten der Menschen in der Ukraine. Aber auch den überwältigenden Solidaritätsbekundungen auf der ganzen Welt für Freiheit, Frieden und Menschlichkeit. Alte Muster werden plötzlich aufgebrochen und Hoffnung keimt auf.
Das ist ein Fasten wie ich es liebe. Den Hungernden zu essen geben; den Obdachlosen und den Menschen auf der Flucht ein Obdach; den Unterdrückten Solidarität und den Gefangenen Freiheit.
Das Aschenkreuz kann so auch zu einem Zeichen der Hoffnung auf den Neuanfang sein. In diesem Sinne wünschen wir Ihnen eine gnadenreiche Fastenzeit.
privat