Gedanken auf dem Berggipfel

18.01.2026

Bild zum Geistlichen Word

Claudia Schwarzenberg

privat; Weiterverwendung nicht gestattet

In einem Psalm heißt es. Woher kommt mir Hilfe? Meine Hilfe kommt von Gott. So lasst mich schauen zu den Höhen der Berge, von dort kommt mir Hilfe. Ich bin hier herauf gekommen, um zum einen diese Schönheit der Berge zu genießen, am Gipfel des Berges, das Gefühl Gott näher zu sein, und deshalb feiern wir eine Bergmesse.

Gerade der Berg ist Sinnbild für die Nähe Gottes, nicht ohne Grund auch Zeichen für eine Freiheit die wir in uns spüren, sind wir erst einmal oben angelangt. Das Tal, die Tiefe ist gleichsam der Ort der Enge, des Alltags, wo wir umgeben sind von unseren Pflichten, Sorgen, mit all dem Schwierigen, das das Leben auch mit sich bringt.

Wer sich dann auf den Weg macht, spürt vielleicht, wie mit jedem Schritt all das Belastende, der Balast von ihm abfällt und sich ein Zugang eröffnet für die innere Freiheit und Unbeschwertheit, die wir ebenso in uns tragen.

Warum ist dies so? Wohl weil ich die Weite der Berglandschaft in mir aufnehmen und so der Weite in mir Raum geben darf. So kann ich klarer denken und fühlen. Und Ich konzentriere mich auf den nächsten Schritt, der vor einem liegt. Würde ich dies nicht tun, könnte es passieren, dass ich abrutsche und so mein Ziel verfehle. Immer wieder bei einer kurzen Rast wird der Bergwanderer zurückblicken und feststellen, wie klein und übersichtlich der zurückliegende Weg ins Tal wird. Unmerklich bin ich auch mit mir selbst beschäftigt, komme zum Nachdenken und reflektiere mein Leben. Auf dem Weg sein, unterwegs, so dass der Weg zumindest auch schon ein Ziel sein kann.

Nicht ohne Grund zog es immer wieder Menschen auf einen Berg, um zu beten, um über das Leben oder über anstehende Entscheidungen nachzudenken. Mose, Elija, Jesus. Weil sie erfahren hatten, dass sie dort Gott näher sind, nicht weil sie dem Himmel näher sind, sondern weil sie in der Auseinandersetzung mit dem eigenen Leben Gott begegnen. Weil sie bereit sind, sich auf dem Weg zu machen.

Manfred Rütsche