Die Zeit des Narren

06.02.2026

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ebendort

Fasnacht, Fasching, Karneval: Die Narren sind wieder überall unterwegs. So ein Narr setzt sich eine Narrenkappe auf und zieht ein Narrenkleid an. Er bringt mit seinen Späßen die Menschen zum Lachen und macht sich über andere und auch über sich selbst lustig. Wer sich als Narr verkleidet, spielt in der Fasnacht eine andere Rolle als im täglichen Leben. Das Narrenkostüm verändert die Menschen und bringt sie dazu, sich anders zu verhalten als sonst. Der Narr ist nicht so, wie man ist, oder wie man zu sein hat.

Anders sein als die anderen.

Nicht zu sein, wie man ist, das fordert Jesus im heutigen Evangelium: „Liebt eure Feinde, tut denen Gutes, die euch hassen, segnet die, die euch verfluchen und betet für die, die euch misshandeln.“ – So verhält man sich nicht. Man hasst vielmehr seine Feinde, man zahlt mit gleicher Münze zurück, und wenn man geohrfeigt wird, schlägt man zurück oder erstattet zumindest Anzeige wegen Körperverletzung. Man gebraucht seine Ellenbogen und setzt sich rücksichtslos durch, um erfolgreich zu sein oder zumindest nicht auf der Strecke zu bleiben. Wer das nicht tut, gilt als Narr. Jesus fordert seine Jünger und das ganze Volk auf, die andere Backe hinzuhalten und sich selbst zum Narren zu machen.

Manfred Rütsche

privat